Wie eine ganze Klasse einem Marsmenschen versucht zu erklären, wie man ein Käsesandwich macht –
oder Chili-Training für die ganze Klasse

An drei Mittwochmorgen fand an der 3. Klasse von Herrn Züsli ein Chili-Training statt. Die Schwerpunkte des vom Roten Kreuz unterstützten Programms liegen dabei auf den folgenden Punkten:

  • «chili» sensibilisiert für einen bewussten Umgang mit Konflikten

  • «chili» hilft Konflikte einordnen zu können

  • «chili» übt mit Wut und Aggression angemessen umgehen zu können

  • «chili» zeigt Gefahren von Mobbing, Rassismus und Gewalt auf

  • «chili» steigert die Eigenverantwortung

  • «chili» lässt Selbstwirksamkeit erfahren

Meine Stärken, das kann ich!!

So stiegen wir in das Training ein. Jedes Kind hielt auf einem kleinen Wappen fest, welches seine Stärken sind. Dieses kleine Wappen klebten wir dann zu einem Klassenwappen zusammen. Wow, zusammen können wir ganz viele verschiedene Dinge wirklich gut!

Vertrauen, die Grundlage, dass ein gutes Zusammenarbeiten/-leben gelingt.

Dass man mit Vertrauen und Teamgeist viel erreichen kann, wurde bei der anschliessenden Übung sehr schnell klar.

Fröhlich? Traurig? Wütend?

Gefühle spielen immer eine Rolle, wenn wir miteinander unterwegs sind. Oft ist es aber gar nicht so einfach, die wahren Gefühle einer Person zu erkennen. Mit einem Pantomimenspiel versuchten wir die Gefühle der Kinder zu erraten. Das Spielen des Gefühls, aber auch das Erraten, war gar nicht so einfach. Versuchen Sie mal genervt zu spielen, ohne dass alle anderen meinen, Sie seien wütend 

 

Kleiner Eisberg voraus!! Oder ist er etwa doch nicht so klein?

Eine Woche später schauten wir uns gemeinsam das Eisbergprinzip an. Der Grund eines Streites ist oft nicht sofort offensichtlich und klar. Wie bei einem Eisberg befinden sich unter der „Wasseroberfläche“ jede Menge Gefühle und Emotionen, welche zu einem Streit führen können. Nach dem gemeinsamen Suchen nach möglichen Streitgründen und wie man solche Situationen vermeiden könnte, bekamen wir Besuch von einem Marsmenschen. Dieser verirrte sich nach Inwil und wollte sich ein Käsesandwich machen.

Nachdem wir es als Klasse irgendwie geschafft hatten, dass der Marsmensch sein Sandwich machen konnte und er wieder glücklich und satt nach Hause fliegen konnte, sammelten wir Wörter, die uns verletzten und solche Wörter, bei denen es uns warm wird ums Herz. Wir wollen mehr von den Wörtern brauchen, bei denen sich unser Gegenüber wohlfühlt. Da üben wir noch ein bisschen, aber als ganze Klasse kriegen wir das hin.

 

Einen Turm bauen!

Zum Schluss des zweiten Morgens durften wir nochmals eine Teamarbeit erledigen. Wir bauten einen Turm! Einfach denken sie? Dann schauen Sie sich die Fotos an.

Regeln? Total überflüssig!

Am dritten Morgen sprachen wir über Regeln. Regeln, welche zuhause gelten, Regeln die total überflüssig sind (in den Augen der Kinder) und warum es überhaupt Regeln braucht und welche Grenze jeder ganz persönlich hat. Dabei ging es um die Grenze, wie nahe jemand auf mich zugehen darf. Wann ist es nahe genug? Und wie fühle ich mich, wenn auf mein „Stopp“ nicht reagiert wird?

 

Team-Olympiade? Ich mach es allein!!

Danach ging es bereits an die Team-Olympiade. In drei Disziplinen mussten die Kinder als Gruppe erfolgreich zusammenarbeiten, damit sie die Aufgaben lösen konnten. Es wurde nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie die Gruppe miteinander gearbeitet hat, bewertet. Der Höhepunkt dabei war der Eierfall. Nicht bei jedem Fall blieb das Ei heil.

Wir erlebten drei spannende Vormittage bei denen die Kinder einiges über Teamgeist, Zusammenhalt und auch über sich selber erfahren haben.

Roli Züsli, Klassenlehrer 3. Klasse

Schule Inwil 2019