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Mein Körper gehört mir

"Mein Körper gehört mir" Präventionsparcours von Kinderschutz Schweiz: Was ist wohl das Wertvollste auf der Welt?
 
Das Ausstellungsprojekt zur Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder war im Schulhaus Rägeboge III in Inwil  vom 20. bis 24. März 2017 zu Gast, wie schon im Jahr 2014.
 
Organisiert wurde der Parcours durch die Schulleitung bei der  Fachstelle für Sexualpädagogik S&X Luzern. Die Wanderausstellung «Mein Körper gehört mir!» ist ein interaktiver Parcours zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder. Hauptzielgruppe der Ausstellung sind Schülerinnen und Schüler der 2. bis 4. Klasse. Sie wird von der Dienstelle Volksschulbildung des Kantons Luzern als klassenübergreifendes Angebot empfohlen und finanziell unterstützt. Damit sich die Ausstellung für uns in Inwil lohnte, haben wir die Schule Ballwil dazu eingeladen.
Die Schulklassen wurden jeweils von zwei bis drei Animatoren und Animatorinnen durch den Parcours begleitet. Das Animatorenteam setzte sich aus geschulten Fachpersonen zusammen, die von der Fachstelle S&X aufgeboten wurden.
In Inwil wurde zudem eine gemeinsame Weiterbildung für Lehrpersonen und ein Elternabend zum Thema realisiert. Dieser Elternabend war gut besucht und wurde unterstützt durch das Elternforum der Schule Inwil.
In der gleichen Woche wurde allen Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Primarklasse ein erster Sexualkundeunterricht angeboten. Fachpersonen, ausgebildete Sexualpädagogen, unterrichteten während drei Lektionen Mädchen und Knaben geschlechtergetrennt.
 
Die Ausstellung „Mein Körper gehört mir“ der nationalen Stiftung Kinderschutz Schweiz verfolgt das Ziel der Prävention von sexueller Gewalt an Mädchen und Knaben. Im Fokus steht dabei, das Selbstbewusstsein und die Abwehrstrategien zu stärken, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Handlungsmöglichkeiten bei Grenzüberschreitungen und Geheimhaltungsdruck werden besprochen und die Kinder über Hilfsangebote informiert.
Schüler und Schülerinnen können sich auf diesem interaktiven Parcours auf anschauliche und spielerische Art und Weise mit den Themen Körper, Gefühle und Geheimnisse befassen und lernen dabei, wie sie Nein sagen können, wenn ihnen Berührungen oder Gefühle unangenehm sind, heisst es weiter. Das Thema sexuelle Gewalt soll enttabuisiert und breite Bevölkerungskreise auf diese Problematik hin sensibilisiert werden.

Warum ein Präventionsangebot für die Schule?
Sexuelle Gewalt – ein Thema, das erschreckend viele Kinder betrifft, auch in der Schweiz, und das weder für Lehrpersonen noch für Eltern leicht anzusprechen ist. Die Angst, gerade jüngere Kinder zu belasten, kann gross sein. In diesem Kontext sind jedoch Primarschulen besonders geeignet, den Schutz vor sexuellem Missbrauch zu verbessern, denn sie sind neben der Familie die wichtigsten Informations- und Sozialisationsinstanzen für Mädchen und Buben. Erfahrungen zeigen, dass ein Grossteil der Eltern froh ist, Unterstützung zu dieser Thematik durch die Schule zu erhalten.
 
Welches ist der Sinn der Ausstellung?
Die Ausstellung will Lehrpersonen und Eltern dazu motivieren, frühzeitig und spielerisch mit der Prävention von sexuellem Missbrauch und der Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder zu beginnen.

 

Was bietet die Ausstellung den Schülerinnen und Schülern?
  • Sechs Spielstationen, an denen sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen unter externer Führung durch Fachpersonen spielerisch und handlungsorientiert mit wichtigen Präventionsprinzipien auseinandersetzen können
  • Kindgerechte Informationen zum Thema
  • Stärkung der Abwehrkompetenzen und Rechte der Kinder
  • Aufzeigen von wirkungsvollen Handlungsmöglichkeiten, ohne damit die Kinder zu verunsichern oder zu überfordern.
 
Die Stationen setzen sich mit folgenden Präventionsschwerpunkten spielerisch auseinander:
  1. Körper: Die Kinder sollen ihren Körper kennen lernen, die verschiedenen Körperstellen benennen und klar definieren können, wo sie gerne und wo sie nicht gerne berührt werden
  2. Gefühle: Die Kinder sollen ihre Gefühle besser kennen und benennen lernen. Sie sollen insbesondere zwischen guten, schlechten und komischen Gefühlen unterscheiden lernen
  3. Berührungen: Die Kinder sollen lernen, dass es gute, schlechte und komische Berührungen gibt und für sich feststellen lernen, welche Berührungen sie gerne zulassen und welche sie nicht akzeptieren wollen
  4. Nein sagen: Die Kinder sollen lernen, dass sie Rechte haben und allein über ihren Körper und ihre Gefühle bestimmen dürfen. Zudem lernen sie, dass sie nein sagen dürfen und sollen, wenn diese Rechte nicht respektiert werden und ihre Grenzen überschritten werden
  5. Geheimnisse: Die Kinder sollen zwischen guten, schlechten und komischen Geheimnissen unterscheiden lernen. Vor allem sollen sie lernen, dass sie schlechte Geheimnisse immer weitererzählen dürfen und sollen
  6. Hilfe: Die Kinder lernen, in welchen Situationen sie wie und von wem Hilfe anfordern können. Sie lernen, dass es nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern stark ist, wenn man sich Hilfe holt

 

Was können Eltern oder Grosseltern tun?
Selbstverständlich soll sich ein Kind mit allen Fragen und Nöten an die Mutter oder den Vater wenden können. Es ist jedoch sinnvoll, wenn Kinder auch Vertrauenspersonen ausserhalb des Elternhauses haben, da sexuelle Ausbeutung oft durch Familienangehörige oder Bekannte geschieht. Besprechen Sie mit dem Kind, mit wem es sprechen könnte, wenn es ein schlechtes Geheimnis oder ein Problem hat. Es soll wissen, wo und bei wem es sich Hilfe holen kann. Bereiten Sie es darauf vor, dass auch Erwachsene Fehler machen und es vielleicht nicht immer ganz einfach sein wird, sofort jemanden zu finden, der ihm zuhört und ihm glaubt. Ermutigen Sie das Kind, nicht aufzuhören, bis ihm geholfen wird. Bestärken Sie es darin, dass es keine Schuld am Vorgefallenen trägt.  
 
Die Erfahrungen der Schule Inwil zeigen, dass es nötig ist, für diese Themen Hilfe zu holen und erneut hat sich gezeigt, dass es Kinder gibt, die auch bei uns leiden und denen wir so helfen können.

 
 
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